Biografie von Freiligrath

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Ferdinand Freiligrath wurde am 17. Juni 1810 als ältestes Kind eines Lehrers in Detmold geboren. Nach seinem gymnasialen Abschluss im Jahre 1825 in Detmold begann er bei seinem Stiefonkel Moritz Schwollmann in Soest eine kaufmännische Lehre, die sechs Jahre dauerte. 1819 verstarb sein Vater; drei Jahre später wurde er kaufmännischer Angestellter der Firma Jacob Sigrist in Amsterdam. Im Jahre 1836 ging er zurück nach Deutschland und ließ sich in Barmen nieder. Im Mai 1837 übernahm Freiligrath eine Kommisstelle in der Großhandlung J. P. von Eynern & Söhne in Barmen, doch nur zwei Jahre später gab er seine Stelle auf und versuchte sich als freier Schriftsteller. Sein neuer Wohnsitz war fortan Unke am Rhein. 1841 ehelichte er Ida Melos, die Tochter eines Professors, die ihn in den kommenden Jahren zum fünffachen Vater machte. Im Mai desselben Jahres führte ihn für ein Jahr sein Weg nach Darmstadt, bevor er zurück an den Rhein nach St.Goar zog. In dieser Zeit engagierte er sich als politischer Dichter und sympathisierte mit den progressiven Ideen des Bürgertums, was zur Folge hatte, dass seine Gedichte verboten wurden. Im Jahre 1844 wanderte er nach Belgien aus und wurde in der Folgezeit mit seiner Gedichtesammlung "Ein Glaubensbekenntnis. Zeitgedichte" der "Trompeter der Revolution". In Belgien lernte er unter anderem Karl Marx kennen. Nur ein Jahr danach zog es ihn in die Schweiz, 1846 ging es weiter nach London. Dort nahm er aus finanziellen Gründen eine Stelle als Kontorist der Firma Friedr. Huth & Co. an. Im Mai 1848 wechselte er zurück an den Rhein nach Düsseldorf, wo er Ehrenmitglied des Kölner Arbeitervereins wurde. Die Verbreitung seines Flugblattes mit dem Revolutionsgedicht "Die Toten an die Lebenden" führte zur Verhaftung Freiligraths, doch aufgrund der angespannten politischen Lage wurde er freigesprochen. 1849 trat er für vier Jahre dem Bund der Kommunisten bei. Im Mai desselben Jahres wurde die "Neuen Rheinischen Zeitung" verboten, in der Freiligrath zusammen mit Karl Marx sieben Monate zuvor eingetreten war. Zur gleichen Zeit wollte er nach Holland fliehen, wo er jedoch ausgewiesen wurde. Wegen der Veröffentlichung des Ersten Heftes der "Neuere(n) politische(n) und soziale(n) Gedichte" (zweites Heft 1851) wurde Freiligrath steckbrieflich gesucht. 1850 zog er nach Bilk bei Düsseldorf, ein Jahr später ging er ein zweits Mal nach London. 1852 arbeitete Freiligrath drei Jahre lang als Kommis bei Oxford, ab 1856 war er Filialleiter der "General Bank of Switzerland" in London. 1859 beteiligte er sich an Huldigungen für Johann Gottfried Kinkel und legte dadurch den Grundstein für die Entfremdung von Marx., mit dem er ein Jahr darauf zum offener Bruch kam. Zugleich sagte er sich von der organisierten Arbeiterbewegung los. 1867 verlor er seine Stellung in der "Bank of Switzerland", da sie geschlossen werden musste. Im Juni 1868 zog er zurück nach Deutschland und lebte in Stuttgart und Cannstatt. 1873 starb sein Sohn Otto. Ferdinand Freiligrath starb am 18. März 1876 in Cannstatt an Herzversagen.