Biografie von Scheerbart

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Paul Carl Wilhelm Scheerbart wurde am 8. Januar 1863 als Sohn eines Zimmermanns in Danzig geboren. Er hatte zehn ältere Geschwister, von denen neun bereits im Kindesalter starben. Sein ganzes Leben lang weigerte er sich, Auskünfte über sich selbst zu geben, was er mit dem Glauben an eine autonome Existenz der Seele, der Teil seiner kosmischen Weltanschauung war, begründete. Im Jahre 1867 starb seine Mutter. Nur ein Jahr später heiratet sein Vater erneut und zwar Emilia Möller. 1873 starb auch sein Vater. Im Alter von 13 Jahren beschloss er, Missionar zu werden und wollte deshalb Theologie studieren. Im Jahre 1880 trat Scheerbart in die Untertertia des Gymnasiums ein, aber nach zwei Jahren ging er vom Gymnasium aus der Obertertia ab und reiste mit Ernst Schultz nach Berlin, um sich auf das Abiturientenexamen für das Realgymnasium vorzubereiten. Im Oktober 1883 besuchte er für ein halbes Jahr die Oberprima auf dem Realgymnasium in St. Petri in Danzig. Im Sommer des Folgejahres siedelte er nach Leipzig zur Vorbereitung auf das Examen. Ab 1885 hörte er in Leipzig, Halle, München und Wien philosophische und kunstgeschichtliche Vorlesungen. 1887 zog er nach Berlin, wo er sich mit Religionsgeschichte befaßte; er wurde freischaffender Schriftsteller. Fünf Jahre später gründete Scheerbart gemeinsam mit Otto Erich Hartleben und Erich Mühsam den »Verlag deutscher Phantasten«. In der Folgezeit publiierte er einige Werke, zum Teil unter dem Pseudonym Kuno Küfer. Am 13. September 1900 heiratete Scheerbartt die Postbeamtenwitwe Anna Sommer und siedelte mit ihr nach Breege auf Rügen, allerdings zogen sie zwei Jahre später zurück nach Berlin. In den ersten Jahren des Jahrzents befand er sich in großen finanziellen Schwierigkeiten. Im Jahre 1906 gründeten Philipp Spandow und Alfred Walter Heymel einen Scheerbart-Fonds, aus dem er monatlich 20 Mark für die Miete erhielt. 1914 gründeten Freunde von Scheerbart erneut einen Fonds, um ihm finanziell unter die Arme zu greifen. Nach Ausbruch der ersen Weltkrieges nahm er kaum noch Nahrung zu sich. Am 15. Oktober 1915 starb Paul Scheerbart in Berlin an einem Gehirnschlag.