Schiller

Seite 3

Inhalt

Biografie

Seite 5

            An Minna

Träum ich? Ist mein Auge trüber?
Nebelts mir ums Angesicht
Meine Minna geht vorüber?
Meine Minna kennt mich nicht?
Die am Arme seichter Laffen
Blähend mit dem Fächer ficht,
Nimmer satt sich zu begaffen? -
Meine Minna ist es nicht.

Von dem Sonnenhute nicken
Stolze Federn, mein Geschenk,
Schleifen, die den Busen schmücken,
Rufen: Minna, sei gedenk!
Blumen, die ich selbst erzogen,
Zieren Brust und Locken noch
Ach die Brust, die mir gelogen! -
Und die Blumen blühen doch!

Geh! umhüpft von leeren Schmeichlern!
Geh! vergiß auf ewig mich.
Überliefert feilen Heuchlern,
Eitles Weib, veracht ich dich.
Geh! dir hat ein Herz geschlagen,
Dir ein Herz, das edel schlug,
Groß genug, den Schmerz zu tragen,
Daß es einer Hure schlug.

Schönheit hat dein Herz verdorben,
Dein Gesichtchen! schäme dich.
Morgen ist sein Glanz erstorben,
Seine Rose blättert sich.
Schwalben, die im Lenze minnen,
Fliehen, wenn der Nordwind weht,
Buhler scheucht dein Herbst von hinnen,
Einen Freund hast du verschmäht.

In den Trümmern deiner Schöne
Seh ich dich verlassen gehn,
Weinend in die Blumenszene
Deines Mais zurücke sehn.
Die mit heißem Liebesgeize
Deinem Kuß entgegenflohn,
Zischen dem erloschnen Reize,
Lachen deinem Winter Hohn.

Schönheit hat dein Herz verdorben,
Dein Gesichtchen! - schäme dich.
Morgen ist sein Glanz erstorben,
Seine Rose blättert sich -
Ha! wie will ich dann dich höhnen!
Höhnen? Gott bewahre mich!
Weinen will ich bittre Tränen,
Weinen, Minna, über dich.



            Elysium

          Eine Kantate

               Chor

Vorüber die stöhnende Klage!
Elysiums Freudengelage
Ersäufen jegliches Ach -
Elysiums Leben
Ewige Wonne, ewiges Schweben,
Durch lachende Fluren ein flötender Bach.

                  Erste Stimme

Jugendlich milde
Beschwebt die Gefilde
Ewiger Mai,
Die Stunden entfliehen in goldenen Träumen,
Die Seele schwillt aus in unendlichen Räumen,
Wahrheit reißt hier den Schleier entzwei.

                 Zweite Stimme

Unendliche Freude
Durchwallet das Herz.
Hier mangelt der Name dem trauernden Leide,
Sanfter Entzücken nur heißet hier Schmerz.

                 Dritte Stimme

Hier strecket der wallende Pilger die matten
Brennenden Glieder im säuselnden Schatten,
Leget die Bürde auf ewig dahin -
Seine Sichel entfällt hier dem Schnitter,
Eingesungen von Harfengezitter,
Träumt er, geschnittene Halmen zu sehn.

                Vierte Stimme

Dessen Fahne Donnerstürme wallte,
Dessen Ohren Mordgebrüll umhallte,
Berge bebten unter dessen Donnergang,
Schläft hier linde bei des Baches Rieseln,
Der wie Silber spielet über Kieseln,
Ihm verhallet wilder Speere Klang.

               Fünfte Stimme

Hier umarmen sich getreue Gatten,
Küssen sich auf grünen samtnen Matten,
Liebgekost vom Balsamwest,
Ihre Krone findet hier die Liebe,
Sicher vor des Todes strengem Hiebe,
Feiert sie ein ewig Hochzeitfest.



                     Quirl

Euch wundert, daß Quirls Wochenblatt
Heut um ein Heft gewonnen hat,
Und hörtet doch den Stadtausrufer sagen,
Daß Brot und Rindfleisch aufgeschlagen.



   Die schlimmen Monarchen

Euren Preis erklimme meine Leier -
Erdengötter - die der süßen Feier
Anadyomenens sanft nur klang;
Leiser um das pompende Getöse,
Schüchtern um die Purpurflammen eurer Größe
Zittert der Gesang.

Redet! soll ich goldne Saiten schlagen,
Wenn, vom Jubelruf emporgetragen,
Euer Wagen durch den Walplatz rauscht?
Wenn ihr, schlapp vom eisernen Umarmen,
Schwere Panzer mit den weichen Rosenarmen
Eurer Phrynen tauscht? -

Soll vielleicht im Schimmer goldner Reifen,
Götter, euch die kühne Hymne greifen,
Wo, in mystisch Dunkel eingemummt,
Euer Spleen mit Donnerkeilen tändelt,
Mit Verbrechen eine Menschlichkeit bemäntelt,
Bis - das Grab verstummt?

Sing ich Ruhe unter Diademen?
Soll ich, Fürsten, eure Träume rühmen? -
Wenn der Wurm am Königsherzen zehrt,
Weht der goldne Schlummer um den Mohren,
Der den Schatz bewacht an des Palastes Toren,
Und - ihn nicht begehrt.

Zeig, o Muse, wie mit Rudersklaven
Könige auf einem Polster schlafen,
Die gelöschten Blitze freundlich tun,
Wo nun nimmer ihre Launen foltern,
Nimmer die Theaterminotaure poltern
Und - die Löwen ruhn.

Auf! Betaste mit dem Zaubersiegel,
Hekate, des Gruftgewölbes Riegel!
Horch! die Flügel donnern jach zurück!
Wo des Todes Odem dumpfig säuselt,
Schauerluft die starren Locken aufwärts kräuselt,
Sing ich - Fürstenglück. --

Hier das Ufer? - Hier in diesen Grotten
Stranden eurer Wünsche stolze Flotten?
Hier - wo eurer Größe Flut sich stößt?
Ewig nie dem Ruhme zu erwarmen,
Schmiedet hier die Nacht mit schwarzen Schauerarmen
Potentaten fest.

Traurig funkelt auf dem Totenkasten
Eurer Kronen, der umperlten Lasten,
Eurer Szepter undankbare Pracht.
Wie so schön man Moder übergoldet!
Doch nur Würmer werden mit dem Leib besoldet,
Dem - die Welt gewacht.

Stolze Pflanzen in so niedern Beeten!
Seht doch! - wie mit welken Majestäten
Garstig spaßt der unverschämte Tod!
Die durch Nord und Ost und West geboten -
Dulden sie des Unholds ekelhafte Zoten,
Und - kein Sultan droht?

Springt doch auf, ihr störrige Verstummer,
Schüttelt ab den tausendpfundgen Schlummer,
Siegespauken trommeln aus der Schlacht!
Höret doch, wie hell die Zinken schmettern!
Wie des Volkes wilde Vivat euch vergöttern!
Könige, erwacht!

Siebenschläfer! - o so hört die hellen
Hörner klingen und die Doggen bellen!
Tausendröhrigt knallt das Jagdenfeur;
Muntre Rosse wiehern nach dem Forste,
Blutig wälzt der Eber seine Stachelborste,
Und - der Sieg ist eur!

Was ist das? - Auch Fürsten schweigen selber?
Neunfach durch die heulenden Gewölber
Spottet mir ein schleifend Echo nach -
Hört doch nur den Kammerjunker düsseln:
"Euch beehrt Madonna mit geheimen Schlüsseln
In - ihr Schlafgemach."

Keine Antwort - Ernstlich ist die Stille -
Fällt denn auch auf Könige die Hülle,
Die die Augen des Trabanten deckt? -
Und ihr fodert Anbetung in Asche,
Daß die blinde Metze Glück in eure Tasche
Eine - Welt gesteckt?

Und ihr rasselt, Gottes Riesenpuppen,
Hoch daher in kindischstolzen Gruppen,
Gleich dem Gaukler in dem Opernhaus? -
Pöbelteufel klatschen dem Geklimper,
Aber weinend zischen den erhabnen Stümper
Seine Engel aus.

Ins Gebiet der leiseren Gedanken
Würden - überwänden sie die Schranken -
Schlangenwirbel eure Mäkler drehn;
Lernt doch, daß, die euren zu entfalten,
Blicke, die auch Pharisäerlarven spalten,
Von dem Himmel sehn.

Prägt ihr zwar - Hohn ihrem falschen Schalle! -
Euer Bild auf lügende Metalle,
Schnödes Kupfer adelt ihr zu Gold -
Eure Juden schachern mit der Münze, -
Doch wie anders klingt sie über jener Grenze,
Wo die Waage rollt!

Decken euch Seraile dann und Schlösser,
Wann des Himmels fürchterlicher Presser
An des großen Pfundes Zinsen mahnt?
Ihr bezahlt den Bankerott der Jugend
Mit Gelübden, und mit lächerlicher Tugend,
Die - Hanswurst erfand.

Berget immer die erhabne Schande
Mit des Majestätsrechts Nachtgewande!
Bübelt aus des Thrones Hinterhalt!
Aber zittert für des Liedes Sprache,
Kühnlich durch den Purpur bohrt der Pfeil der Rache
Fürstenherzen kalt.



Graf Eberhard der Greiner von Wirtemberg

                        Kriegslied

Ihr - ihr dort außen in der Welt,
Die Nasen eingespannt!
Auch manchen Mann, auch manchen Held,
Im Frieden gut, und stark im Feld,
Gebar das Schwabenland.

Prahlt nur mit Karl und Eduard,
Mit Friedrich, Ludewig.
Karl, Friedrich, Ludwig, Eduard
Ist uns der Graf, der Eberhard,
Ein Wettersturm im Krieg.

Und auch sein Bub, der Ulerich,
War gern, wo's eisern klang;
Des Grafen Bub, der Ulerich,
Kein Fußbreit rückwärts zog er sich,
Wenns drauf und drunter sprang.

Die Reutlinger, auf unsern Glanz
Erbittert, kochten Gift,
Und buhlten um den Siegeskranz
Und wagten manchen Schwertertanz
Und gürteten die Hüft-

Er griff sie an - und siegte nicht,
Und kam gepantscht nach Haus,
Der Vater schnitt ein falsch Gesicht,
Der junge Kriegsmann floh das Licht,
Und Tränen drangen raus.

Das wurmt ihm - Ha! ihr Schurken, wart'!
Und trugs in seinem Kopf.
Auswetzen, bei des Vaters Bart!
Auswetzen wollt er diese Schart
Mit manchem Städtlerschopf.

Und Fehd entbrannte bald darauf,
Und zogen Roß und Mann
Bei Döffingen mit hellem Hauf,
Und heller gings dem Junker auf,
Und hurra! heiß gings an.

Und unsers Heeres Losungswort
War die verlorne Schlacht;
Das riß uns wie die Windsbraut fort
Und schmiß uns tief in Blut und Mord
Und in die Lanzennacht.

Der junge Graf voll Löwengrimm
Schwung seinen Heldenstab,
Wild vor ihm ging das Ungestüm,
Geheul und Winseln hinter ihm,
Und um ihn her das Grab.

Doch weh! ach weh! ein Säbelhieb
Sunk schwer auf sein Genick,
Schnell um ihn her der Helden Trieb,
Umsonst! umsonst! erstarret blieb
Und sterbend brach sein Blick.

Bestürzung hemmt des Sieges Bahn,
Laut weinte Feind und Freund -
Hoch führt der Graf die Reuter an:
Mein Sohn ist wie ein andrer Mann!
Marsch, Kinder! In den Feind!

Und Lanzen sausen feuriger,
Die Rache spornt sie all,
Rasch über Leichen gings daher,
Die Städtler laufen kreuz und quer
Durch Wald und Berg und Tal.

Und zogen wir mit Hörnerklang
Ins Lager froh zurück,
Und Weib und Kind im Rundgesang
Beim Walzer und beim Becherklang
Lustfeiern unser Glück.

Doch unser Graf- was tät er itzt? -
Vor ihm der tote Sohn.
Allein in seinem Zelte sitzt
Der Graf, und eine Träne blitzt
Im Aug auf seinen Sohn.

Drum hangen wir so treu und warm
Am Grafen, unserm Herrn.
Allein ist er ein Heldenschwarm,
Der Donner rast in seinem Arm,
Er ist des Landes Stern.

Drum ihr dort außen in der Welt,
Die Nasen eingespannt,
Auch manchen Mann, auch manchen Held,
Im Frieden gut und stark im Feld,
Gebar das Schwabenland.



        Baurenständchen

Mensch! Ich bitte, guck heraus!
Klecken nicht zwo Stunden,
Steh ich so vor deinem Haus,
Stehe mit den Hunden.
's regnet, was vom Himmel mag,
's gwittert wie zum Jüngsten Tag,
Pudelnaß die Hosen!
Platschnaß Rock und Mantel, ei!
Rock und Mantel nagelneu,
Alles dieser Losen.
Draußen, draußen Saus und Braus!
Mensch! ich bitte, guck heraus.

Ei zum Henker! guck heraus!
Löscht mir die Laterne -
Weit am Himmel Nacht und Graus!
Weder Mond noch Sterne.
Stoß ich schier an Stein und Stock,
Reiße Wams und Überrock,
Ach, daß Gott erbarme!
Hecken, Stauden ringsumher,
Gräben, Hügel kreuz und quer,
Breche Bein und Arme.
Draußen, draußen Nacht und Graus!
Ei zum Henker, guck heraus!

Ei zum Teufel! guck heraus!
Höre mein Gesuche!
Beten, Singen geht mir aus,
Willst du, daß ich fluche?
Muß ich doch ein Hans Dampf sein
Frör ich nicht zu Stein und Bein,
Wenn ich länger bliebe?
Liebe, das verdank ich dir,
Winterbeulen machst du mir,
Du vertrackte Liebe!
Draußen, draußen Kalt und Graus!
Ei, zum Teufel, guck heraus.

Donner alle! Was ist das,
Das vom Fenster regnet?
Garstge Hexe, kotignaß,
Hast mich eingesegnet.
Regen, Hunger, Frost und Wind
Leid ich für das Teufelskind,
Werde noch gehudelt!
Wetter auch! Ich packe mich!
Böser Dämon, tummle dich,
Habe satt gedudelt!
Draußen, draußen Saus und Braus!
Fahre wohl - Ich geh nach Haus.



            Die Winternacht

Ade! Die liebe Herrgottssonne gehet,
Grad über tritt der Mond!
Ade! Mit schwarzem Rabenflügel wehet
Die stumme Nacht ums Erdenrund.

Nichts hör ich mehr durchs winternde Gefilde
Als tief im Felsenloch
Die Murmelquell, und aus dem Wald das wilde
Geheul des Uhus hör ich noch.

Im Wasserbette ruhen alle Fische,
Die Schnecke kriecht ins Dach,
Das Hündchen schlummert sicher unterm Tische,
Mein Weibchen nickt im Schlafgemach.

Euch Brüderchen von meinen Bubentagen,
Mein herzliches Willkomm!
Ihr sitzt vielleicht mit traulichem Behagen
Um einen teutschen Krug herum.

Im hochgefüllten Deckelglase malet
Sich purpurfarb die Welt,
Und aus dem goldnen Traubenschaume strahlet
Vergnügen, das kein Neid vergällt.

Im Hintergrund vergangner Jahre findet
Nur Rosen euer Blick,
Leicht, wie die blaue Knasterwolke, schwindet
Der trübe Gram von euch zurück.

Vom Schaukelgaul bis gar zum Doktorhute
Stört ihr im Zeitbuch um
Und zählt nunmehr mit federleichtem Mute
Schweißtropfen im Gymnasium.

Wie manchen Fluch - noch mögen unterm Boden
Sich seine Knochen drehn -
Terenz erpreßt, trotz Herrn Minellis Noten,
Wie manch verzogen Maul gesehn,

Wie ungestüm dem grimmen Landexamen
Des Buben Herz geklopft;
Wie ihm, sprach itzt der Rektor seinen Namen,
Der helle Schweiß aufs Buch getropft. -

Wohl redt man auch von einer - e - gewissen -
Die sich als Frau nun spreißt,
Und mancher will der Lecker baß nun wissen,
Was doch ihr Mann baß - gar nicht weißt. -

Nun liegt dies all im Nebel hinterm Rücken,
Und Bube heißt nun Mann,
Und Friedrich schweigt der weiseren Perücken,
Was einst der kleine Fritz getan -

Man ist - Potz gar! - zum Doktor ausgesprochen,
Wohl gar - beim Regiment!
Und hat vielleicht - doch nicht zu früh, gerochen,
Daß Plane - Seifenblasen sind.

Hauch immer zu - und laß die Blasen springen,
Bleibt nur dies Herz noch ganz!
Und bleibt mir nur - errungen mit Gesängen -
Zum Lohn ein teutscher Lorbeerkranz.



           Totenfeier am Grabe
     Philipp Friederich von Riegers


Noch zermalmt der Schrecken unsre Glieder -
Rieger tot!
Noch in unsern Ohren heult der Donner wider -
Rieger, Rieger tot!
Wie ein Blitz, im Niedergang entzündet,
Schon im Aufgang schwindet,
Flog der Held zu GOtt!
Sollen Klagen um die Leiche hallen,
Klagen um den großen Mann?
Oder dörfen warme Tränen fallen,
Tränen um den guten, lieben Mann?
Dörfen wir mit Riegers Söhnen weinen,
Mit den Patrioten uns vereinen?
O so feire weinender Gesang
Einer Sonne Untergang!

Groß, o Rieger, groß war deine Stufe,
Groß dein Geist zu Seinem großen Rufe,
Größer war - dein Herz!
Engelhuld und göttliches Erbarmen
Rief den Freund zu deinen offnen Armen;
Froher unschuldsvoller Scherz
Lachte noch im silbergrauen Weisen,
Jugendheuer brannte noch im Greisen,
In dem Krieger betete - der Christ.
Höher als das Lächeln deines Fürsten,
(Ach! wornach so manche geizig dürsten!)
Höher war dir der, der ewig ist.

Nicht um Erdengötter klein zu kriechen,
Fürstengunst mit Untertanenflüchen
Zu erwuchern, war dein Trachten nie.
Elende beim Fürsten zu vertreten,
Für die Unschuld an dem Thron zu beten,
War dein Stolz auf Erden hie.
Rang und Macht, die lächerlichen Flitter,
Fallen ab am Tage des Gerichts,
Fallen ab wie Blätter im Gewitter,
Und der Pomp - ist Nichts! -

Krieger KARLS! erlaubt mir, hier zu halten,
Tretet her, ihr lorbeervollen Alten!
(Das Gewissen brenne flammenrot)
Dumpfig hohl aus eures Riegers Bahre
Spricht zu euch, ihr Söhne vieler Jahre,
Spricht zu euch - der Tod:

"Erdengötter! - glaubt ihr ungerochen
Mit der Größe kindischkleinem Stolz
(Alles faßt der schmale Raum von Holz)
Gegen mich zu pochen?
Hilft euch des Monarchen Gunst,
Die oft nur am Rittersterne funkelt,
Hilft des Höflings Schlangenkunst,
Wenn sich brechend euer Aug verdunkelt?
Erdengötter, redet doch,
Wenn der Götterdunst zerstiebet,
Redet denn, was wärt ihr noch,
Wenn ihr - schlechte Menschen bliebet?

Trotzt ihr mir mit euren stolzen Ahnen,
Daß von euch - zwei Tropfen Blut
In den Adern alter Helden rannen?
Pocht ihr auf geerbtes Gut?
Wird man dort nach Riegers Range fragen?
Folgt ihm wohl KARLS Gnade bis dahin?

Wird er höher von dem Ritterkreuz getragen,
Als vom Jubel Seiner Segnenden?
Wann der Richter in dem Schuldbuch blättert,
Fragt er, ob der große Tote hier
Zu dem Tempel des Triumphs geklettert?
Fragt man dort, wie man ihn hier vergöttert?
Richtet GOtt -- wie wir?"

Aber Heil dir! Seliger! Verklärter,
Nimm zufrieden deinen Sonnenflug!
Deinem Herzen war die Menschheit werter
Als der Größe prangender Betrug!
Schöne Taten waren deine Schätze,
Aufgehäuft für eine schöne Welt,
Glücklich gingst du durch die goldne Netze,
Wo die Ehrsucht ihre Sklaven fällt.
Wenn die Riesenrüstung stolzer Größe
Manches große Heldenherz zerdrückt,
Flohst du frei, entschwungen dem Getöse
Dieser Welt, und bist - beglückt.

Dort, wo du bei ewgen Morgenröten
Einen Lorbeer, der nie welket, pflückst,
Und auf diesen traurenden Planeten
Sanften Mitleids niederblickst,
Dort, wo du an reine Seraphinen
Dich in ewigem Umarmen schmiegst
Und bei jubelvollen Harfentönen
Kühne Flügel durch den Himmel wiegst,
Dort, wo Rieger unter Edens Wonne
Dieses Lebens Folterbank verträumt
Und die Wahrheit, leuchtend wie die Sonne,
Ihm aus tausend Röhren schäumt,

Dorten sehn wir - Jauchzet, Brüder -
Dorten unsern Rieger wieder!!!



Wunderseltsame Historia des berühmten Feldzuges

als welchen HUGO SANHERIB, König von Assyrien,
ins Land Juda unternehmen wollte,
aber unverrichteter Ding wieder einstellen mußte
Aus einer alten Chronika gezogen und in schnakische
Reimlein bracht
von SIMEON KREBSAUGE, Baccalaur

In Juda - schreibt die Chronika -
War olim schon ein König,
Dem war von Dan bis Berseba
Bald alles untertänig.
Und war dabei ein wackrer Fürst,
Desgleichen selten finden wirst.

Der war nun kürzlich, wie bekannt,
Vom Freien heimgekommen
Und hatte vom Chaldäerland
Ein Weibchen mitgenommen.
Im Herzen Himmel - und im Blick;
Ich küßte sie den Augenblick.

Die Trauung war schon angestellt,
Die Hochzeitkleider fertig,
Der Bräutigam, frisch wie ein Held,
Des Wonnetags gewärtig -
Als plötzlich - zitternd schreibts mein Kiel -
Ein Fieber diesen Herrn befiel.

Ein großer Herre, wie man weißt,
Ist nicht wie unsereiner -
Wenn unsre Seele weiterreist,
Drob kümmert sich wohl keiner -
Ein Schnuppen, den ein Großer klagt,
Wird in der Welt herumgesagt.

Drum nimmt Frau Fama, nimmerfaul,
Das Hifthorn von dem Nacken
(Man kennt ja schon ihr großes Maul
Und ihre dicken Backen):
"Fürst Josaphat liegt todkrank da",
Posaunt sie durch ganz Asia.

Sogleich vernahm den Trauerton
Fürst Sanherib, sein Vetter, -
Zu Assur hat er seinen Thron
Und ehret fremde Götter.
Die Balle Lüge kommt so recht
Zustatten meinem Götzenknecht.

"Da fischt sich was - Hol mich der Dachs!" -
Und hui! spitzt er die Ohren.
"Stirbt Josaphat, so zieh ich stracks
Hinein zu Hebrons Toren.
Er braucht Arznei - er treibts nicht lang!
Und Juda ist ein fetter Fang."

Gleich läuft die Ordre aus dem Schloß
Durch Stadt und Wachparade,
Der Junggesellen faulen Troß
Zu werben ohne Gnade.
Schon springen Bomben aus dem Guß
Und freun sich auf den nächsten Schuß.

Die Wache vor dem Tor bekommt
Gemessene Befehle,
Daß undurchsucht - unangebrummt
Entwische keine Seele.
Brieftaschen und Patent heraus -
Sonst - Marsch, ihr Herrn, ins Narrenhaus.

"Woher, mein Freund?" brüllt auf und ab
Die Schildwach an die Fremde.
"Wohin die Reis? Wo steigt Ihr ab?
Was führt Ihr unterm Hemde?
Torschreiber raus! - Der Herr bleibt stehn!
Man wird ihn heißen weitergehn."

Da war nun mancher Passagier
Dem Korporal verdächtig,
Die Fragen gehn zur Folter schier,
Gott aber ist allmächtig:
Man visitiert von Pack zu Pack,
Doch zeigt sich nichts - als Schnupftobak.

Indessen schickt der Werber Fleiß
Rekruten, Sand am Meere,
Sie stehen blau und rot und weiß
Und ordnen sich in Heere.
Das Kriegsgeräte - glaubt mir keck -
Fraß 1 zehen Säckel Silbers weg.

Fürst Sanherib erzählte schon
Den Damen seine Siege,
Aufs Wohl des neuen Landes flohn
Von Tisch zu Tisch die Krüge,
Schon möbelt' man das neue Schloß -
Je glätter der Burgunder floß.

Wie prächtig König Sanherib
Im reichen Galakleide
Herum den stolzen Schimmel trieb
Und durch Judäa reite;
Die Damen in Karossen nach,
Daß bald schon Rad und Deichsel brach.

Wie stolz von seinem Thron herab
Er Judas Schriftgelehrten
Erlaubnis zu dem Handkuß gab
Und sie ihm Treue schwörten -
Und alles Volk im Staube tief
Hosianna dem Gesalbten! rief.

Doch während daß der Vetter schon
Nach deiner Krone schielte,
Und auf dem noch besetzten Thron
Schon Davids Harfe spielte,
Lagst du-- o Fürst - beweint vom Land,
Noch unversehrt - in Gottes Hand.

Gott stand auf Höhen Sinais
Und schaute nach der Erden,
Und sahe schon ein Paradies
Durch deinen Zepter werden,
Und sahe mit erhabner Ruh
Dem Unfug deines Vetters zu.

Schnell schickt er einen Cherub fort
Und spricht mit sanftem Lächeln:
"Geh, Raphael - dem Fürsten dort
Erfrischung zuzufächeln.
Er ist mein Sohn - mein treuer Knecht!
Er lebe! - denn ich bin gerecht."

Dem Willen Gottes untertan,
Steigt Raphael herunter,
Nimmt eines Arztes Bildung an
Und heilt dich durch ein Wunder.
Dein Fürst ersteht - jauchz, Vaterland!
Gerettet durch des Himmels Hand.

Die Post schleicht nach Assyrien,
Wo Sanherib regieret
Und eben seine Königin
Vom Schlitten heimgeführet. -
"Ihr Durchlaucht! Ein Kurier!" - "Herein!
Es werden Trauerbriefe sein."

Schnell öffnet er den Brief und liest,
Liest - ach! der Posten trübste -
Daß Josaphat am Leben ist -
Und flucht an seine Liebste:
"Der Krieg ist aus! - Pest über dich!
Zweitausend Taler schmerzen mich!!"



              Unserm teuren Körner

               Am 2ten des Julius 1785

Sei willkommen an des Morgens goldnen Toren,
Sei willkommen unserm Freudegruß,
Dieses Tages holder Genius,
Der den Vielgeliebten uns geboren! -
In erhabener Pracht -
Schimmernd tritt er aus der Nacht
Wie der Erdensöhne keiner,
Groß und trefflich, wie der Sieben einer,
Die am Throne dienen, schwebt er her.
"Streut mir Blumen -- Seht, da bin ich wieder"
(ruft er lächelnd von dem Himmel nieder)
"Streut mir Blumen - Ich bins wieder,
Der den Teuren euch gebar,
Ich bin mehr, als meine andern Brüder,
Ihren Liebling nennt mich weit und breit
Unsre Mutter - Ewigkeit."
(Stolz und Würde sprach aus der Gebärde)
"Einen Edeln gab ich dieser Erde!
Fühlt die Menschheit, wen ich ihr geboren?
Kennt die Erde meinen Liebling schon?"
Oder schallen leiser in der Menschen Ohren
"Seine Taten als vor Gottes Thron?
Las die Welt in seiner schönen Seele?
Beugte sich vor seiner großen Seele
Ehrerbietig sein Jahrhundert schon?
Wuchsen zur Vollendung auf die Keime,
Die ich damals in sein Herz gesät?
Ist die Welt so schön, wie seine Träume?
Fand er diesen, der ihn ganz versteht?
O dann laßt mich stolzer durch den Himmel schweben,
Ich hab ihn gegeben!"

Jetzt vollend ich meinen Sonnenlauf,
Aber hinter meinem Rücken leuchtet
Schon ein neuer - schönrer Morgen auf.
Einen Engel tragen seine goldnen Flügel,
In des Engels silberklarem Spiegel
Liegt ein Himmel - und die Ewigkeit.
Schamrot stürz ich in das Meer der Zeit,
Nur das Leben
Konnt ich meinem teuren Liebling geben -
Dieser Engel - wie erbleicht mein Ruhm -
Wandelts in Elysium.

Der Seraph sprachs - - - Du liegst in unsern Armen -
Wir fühlen, daß du unser bist.



          An die Freude

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was der Mode Schwert geteilt;
Bettler werden Fürstenbrüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

               Chor

Seid umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder - überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen.

Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein;
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja - wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wers nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!

                  Chor

Was den großen Ring bewohnet,
Huldige der Sympathie!
Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte thronet.

Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben
Einen Freund, geprüft im Tod.
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.

                 Chor

Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahndest du den Schöpfer, Welt?
Such ihn überm Sternenzelt,
Über Sternen muß er wohnen.

Freude heißt die starke Feder
In der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
Die des Sehers Rohr nicht kennt.

                   Chor

Froh, wie seine Sonnen fliegen,
Durch des Himmels prächtgen Plan,
Laufet, Brüder, eure Bahn,
Freudig wie ein Held zum Siegen.

Aus der Wahrheit Feuerspiegel
Lächelt sie den Forscher an.
Zu der Tugend steilem Hügel
Leitet sie des Dulders Bahn.
Auf des Glaubens Sonnenberge
Sieht man ihre Fahnen wehn,
Durch den Riß gesprengter Särge
Sie im Chor der Engel stehn.

               Chor

Duldet mutig, Millionen!
Duldet für die beßre Welt!
Droben überm Sternenzelt
Wird ein großer Gott belohnen.

Göttern kann man nicht vergelten,
Schön ists, ihnen gleich zu sein.
Gram und Armut soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen,
Unserm Todfeind sei verziehn,
Keine Träne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.

                  Chor

Unser Schuldbuch sei vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder- überm Sternenzelt
Richtet Gott, wie wir gerichtet.

Freude sprudelt in Pokalen,
In der Traube goldnem Blut
Trinken Sanftmut Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmut --
Brüder, fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist,
Laßt den Schaum zum Himmel sprützen:
Dieses Glas dem guten Geist.

                 Chor

Den der Sterne Wirbel loben,
Den des Seraphs Hymne preist,
Dieses Glas dem guten Geist
Überm Sternenzelt dort oben!

Festen Mut in schwerem Leiden,
Hülfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen
Brüder, gält es Gut und Blut, -
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!

                  Chor

Schließt den heilgen Zirkel dichter,
Schwört bei diesem goldnen Wein:
Dem Gelübde treu zu sein,
Schwört es bei dem Sternenrichter!

Rettung von Tyrannenketten,
Großmut auch dem Bösewicht,
Hoffnung auf den Sterbebetten,
Gnade auf dem Hochgericht!
Auch die Toten sollen leben!
Brüder trinkt und stimmet ein,
Allen Sündern soll vergeben,
Und die Hölle nicht mehr sein.

                Chor

Eine heitre Abschiedsstunde!
Süßen Schlaf im Leichentuch!
Brüder - einen sanften Spruch
Aus des Totenrichters Munde!



          Freigeisterei der Leidenschaft

      Als Laura vermählt war im Jahre 1782

Nein - länger, länger werd ich diesen Kampf nicht kämpfen,
Den Riesenkampf der Pflicht.
Kannst du des Herzens Flammentrieb nicht dämpfen,
So fodre, Tugend, dieses Opfer nicht.

Geschworen hab ichs, ja, ich habs geschworen,
Mich selbst zu bändigen.
Hier ist dein Kranz. Er sei auf ewig mir verloren,
Nimm ihn zurück, und laß mich sündigen.

Sieh, Göttin, mich zu deines Thrones Stufen,
Wo ich noch jüngst, ein frecher Beter, lag,
Mein übereilter Eid sei widerrufen,
Vernichtet sei der schreckliche Vertrag,

Den du im süßen Taumel einer warmen Stunde
Vom Träumenden erzwangst,
Mit meinem heißen Blut in unerlaubtem Bunde,
Betrügerisch aus meinem Busen rangst.

Wo sind die Feuer, die elektrisch mich durchwallten,
Und wo der starke, kühne Talisman,
In jenem Wahnwitz will ich meinen Schwur dir halten,
Worin ich unbesonnen ihn getan.

Zerrissen sei, was du und ich bedungen haben,
Sie liebt mich - deine Krone sei verscherzt.
Glückselig, wer, in Wonnetrunkenheit begraben,
So leicht wie ich den tiefen Fall verschmerzt.

Sie sieht den Wurm an meiner Jugend Blume nagen
Und meinen Lenz entflohn,
Bewundert still mein heldenmütiges Entsagen,
Und großmutsvoll beschließt sie meinen Lohn.

Mißtraue, schöne Seele, dieser Engelgüte!
Dein Mitleid waffnet zum Verbrecher mich,
Gibts in des Lebens unermeßlichem Gebiete,
Gibts einen andern schönern Lohn - als dich?

Als das Verbrechen, las ich ewig fliehen wollte?
Entsetzliches Geschick!
Der einzge Lohn, der meine Tugend krönen sollte,
Ist meiner Tugend letzter Augenblick.

Des wollustreichen Giftes voll - vergessen,
Vor wem ich zittern muß,
Wag ich es stumm, an meinen Busen sie zu pressen,
Auf ihren Lippen brennt mein erster Kuß.

Wie schnell auf sein allmächtig glühendes Berühren,
Wie schnell o Laura, floß
Das dünne Siegel ab von übereilten Schwüren,
Sprang deiner Pflicht Tyrannenkette los,

Jetzt schlug sie laut, die heißerflehte Schäferstunde,
Jetzt dämmerte mein Glück
Erhörung zitterte auf deinem brennenden Munde,
Erhörung schwamm in deinem feuchten Blick,

Mir schauerte vor dem so nahen Glücke,
Und ich errang es nicht.
Vor deiner Gottheit taumelte mein Mut zurücke,
Ich Rasender! und ich errang es nicht!

Woher dies Zittern, dies unnennbare Entsetzen,
Wenn mich dein liebevoller Arm umschlang?
Weil dich ein Eid, den auch schon Wallungen verletzen,
In fremde Fesseln zwang?

Weil ein Gebrauch, den die Gesetze heilig prägen,
Des Zufalls schwere Missetat geweiht?
Nein - unerschrocken trotz ich einem Bund entgegen,
Den die errötende Natur bereut.

O zittre nicht- du hast als Sünderin geschworen,
Ein Meineid ist der Reue fromme Pflicht.
Das Herz war mein, das du vor dem Altar verloren,
Mit Menschenfreuden spielt der Himmel nicht.

Zum Kampf auf die Vernichtung sei er vorgeladen,
An den der feierliche Spruch dich band.
Die Vorsicht kann den überflüßgen Geist entraten,
Für den sie keine Seligkeit erfand.

Getrennt von dir - warum bin ich geworden?
Weil da bist, schuf mich Gott!
Er widerrufe, oder lerne Geister morden,
Und flüchte mich vor seines Wurmes Spott.

Sanftmütigster der fühlenden Dämonen,
Zum Wüterich verzerrt dich Menschenwahn?
Dich sollten meine Qualen nur belohnen,
Und diesen Nero beten Geister an?

Dich hätten sie als den Allguten mir gepriesen,
Als Vater mir gemalt?
So wucherst du mit deinen Paradiesen?
Mit meinen Tränen machst du dich bezahlt?

Besticht man dich mit blutendem Entsagen?
Durch eine Hölle nur
Kannst du zu deinem Himmel eine Brücke schlagen?
Nur auf der Folter merkt dich die Natur?

O diesem Gott laßt unsre Tempel uns verschließen,
Kein Loblied feire ihn,
Und keine Freudenträne soll ihm weiter fließen,
Er hat auf immer seinen Lohn dahin!